I WANNA BE CLOSER TO THE STARS....

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re.turn

Du bist mir nicht fremd. Dein Lachen klingt weiter in mir als Du glauben magst. Auf den weiten Ebenen meiner Seele klingt es bis in die Ferne, in die ich mich zurückgezogen habe.
Ich hätte Dich gerne mehr gehalten. Tja, Du magst gedacht haben es ginge um Sex, doch ich wollte sie doch nur berühren, diese Nähe, die einmal da war und hätte sein können.
Zu wissen, dass es kein Irrtum war, zu fühlen dass mein Herz noch schlägt. Mich wiederzufinden zwischen diesen unzähligen Träumen und Verpflichtungen, die keinen Anfang und kein Ende haben in mir, sondern mich wie Wellen überrollen.

ich wollte doch nur atmen

Die Berührungen endeten im spielerischen Kampf, wie immer.
Ich habe Dir von mir erzählt, doch Du scheinst es nicht verstanden zu haben. Das macht nichts. Ich habe mit Dir geschwiegen, und es war ein reines Schweigen.
Ich hätte gerne mehr dieser Zeit, doch sie zerrinnt. Aus flüssigem Glas forme ich eine Brille für graue Zeiten.

ich wollte doch nur atmen

Ich hoffe es geht Dir gut und Du wirst es einst verstehen. Das was Du glaubst zu kennen, bin nicht ich. Das was Du glaubtest zu wollen, war nicht ich, das was Du glaubtest nicht zu brauchen, war nicht ich.
Es waren Schattenbilder, alte Dias einer Zeit, die vergangen ist und vergangen bleibt.

ich wollte doch nur atmen

und Deinen Atem spüren in meiner Unwegsamkeit.


Ich halte weiter die Luft an. Atmen wird überschätzt.

4 Kommentare 10.9.06 04:15, kommentieren



Nachtfalter

Hey Du kleines weißes Flattervieh.

Du machst dich gut auf meiner weißen Wand, und auf den Holzstreben. Jetzt flatter doch nicht so hektisch, ich spieß Dich doch nur mit meinem Blick auf, halte dich nur auf Zelluloid.

Du hast kleine schwarze Streifen, tiefe graue Schatten.

Sind alle Geschöpfe der Nacht so schön?
Warte, ich mach das Licht aus, damit Du nicht hineinfliegst, in meinen Traum.

ot.: Schön dass man ein Urteil anhand zweier Sätze glaubt treffen zu können...

14.9.06 15:43, kommentieren

daheim

Noch ein paar stunden, und ich sehe euch wieder.
Kann schaun ob die Elstern ihre Nester schon zerstört haben.
Kann mich gegen die vertraute Haut der Trauerweide lehnen und Kraft tanken, meine Bücher am Flußufer ausbreiten und mit dem Rauschen die Worte in mich fliessen lassen.

Kann meine Uraltkamera rauskramen und euch bannen, sepiafarben, mit vergilbten, eingerollten Rändern ...auf Filme, die nie zu entwickeln sind.

Um mich ist Erinnernung. An eine andere Zeit. Friedlich schwirren die Libellen, mal schauen ob die Igel noch unter dem Steinhang hausen.

Im Hintergrund leise das Klavier und Schatten an der Wand, von Menschen, die einst hier waren. Nun sind sie fort, für ein paar Stunden, Tage, Wochen. Manche vor Jahren.
Doch ich spüre ihre Nähe immer noch in mir.

Das Gras kitzelt unter meinen Füssen, ich ernte ein paar Äpfel, zerreibe die Salbeiblätter und Lavendelblüten zwischen den Händen und verabschiede den Sommer.

Endlich kann ich atmen.

Für eine kurze Zeit

2 Kommentare 17.9.06 11:48, kommentieren

Wieder.kehr

Ich bin zurückgekommen.
Aus der Stille und einem anderen Leben.
Einem Leben voller stiller Umarmung. Ich bin ungezählten Grillen begegnet, einem Hund - und mir. In jedem Atemzug war ein Stück Bewußtsein, in jedem Gedanken auch Sehnsucht...
Nach Berührungen, die kaum erträglich sind, selbst in der Erinnerung.
Ich habe altem Atem nachgespürt, der Wind hat mich gestreichelt auf den Wegen einer entfernten Kindheit. Ich habe die Vögel in ihren Häusern betrachtet, sie werden ziehen. Ich habe Pflastersteine geklaut, um immer ein Stück alter Wege mit mir zu tragen auf meinem neuen.
Wohin er mich auch führen mag, es wird mein Weg sein.
Meine Umwege habe ich hinter mir gelassen.

Die Prüfung schlägt in meinem Hinterkopf kleine Kreise, wie ein Kiesel, den ich nicht werfe um die Fische nicht zu erschrecken. Die Schwäne haben mich verwundert angeschaut, statt Brot hatte ich nur stumme Worte für sie und ein tiefes Gefühl von Liebe.

Ich bin aufgetaucht, für einen Moment - und habe geatmet.

Ich wünschte ich könnte Euch etwas von dieser klirrenden Kälte und Klarheit in meiner Brust erzählen, und von den Sonnentropfen, die sich in meinen Augen gespiegelt haben.
Ich schicke einigen von Euch einen Stern, und mehr Kraft als sie glauben zu haben.

Ich streue Kiesel für Euch damit die Wege nicht so steinig sind.
Eure Worte sind Sand in meinem Stundenglas und machen jede Minute wertvoll.
danke dafür....

25.9.06 20:13, kommentieren

Der Tag davor

Noch ein paar Stunden noch. Morgen um diese Zeit heißt es einatmen, die Luft anhalten und die Zeit verbiegen.
Ich bin aufgewacht mit dem Geschmack von frischem Gras auf der Zunge. Es riecht nach Zimt.
Viele andere sind diesen Weg schon vor mir gegangen, meine Angst ist da, doch sie zittert selbst noch. Wir werden uns wohl aneinanderschmiegen und mit offenen Augen nach vorne gehen.
Sie wird lachen hinter meinem Rücken und ich werde Worte suchen und jedes begrüßen mit ungläubigem Staunen.
Ich werde die Tür schliessen und merken, dass mein Leben noch genauso ist wie vorher, die Welt sich weiterdreht und alles was ich will eine Kopfschmerztablette ist. eine Tasse Kaffee. Und ein neuer Atemzug.

Ich schreibe die Zweifel heute nacht in den Himmel, dort können sie fallen wie Schnuppen und an der Stärke verglühen, die ich nicht glaube zu haben.

Ich wünsche Euch dort draussen die mir wohlgesonnen sind, oder meinem Herzen nah, einen Sonnenstrahl.

2 Kommentare 26.9.06 08:30, kommentieren