I WANNA BE CLOSER TO THE STARS....

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Sehnsucht

Ich bin nicht traurig.
Nicht trauriger als sonst auch.

Ich habe sie hingeworfen, die Worte, wie Samenkörner auf ein Feld voller Saatkrähen. Ich werde sehen welche Ernte sich am Ende einfahren lässt.



Nun stehe ich vor den Toren und schaue sehnsüchtig hinein.
Die Eisbären schauen fragend. Ich werfe ihnen ein paar Zapfentränen zu und muss mich davon abhalten die Hand nicht an das Tor zu legen.

Es ist verdammt warm hier draussen. Es gibt keine Wegschilder und von all diesen Farben wird mir schlecht.

Ich vermisse den Wind, und die Stille.

Die Stille die mein Inneres zum Schweigen verführt.

Ich würde schreien, wenn ich die Worte kennen würde
Ich würde weinen, wenn ich die Tränen kennen könnte


Ich hasse Dich gerade dafür dass ich mich zwinge deinetwegen hierzubleiben!

4 Kommentare 6.11.07 22:24, kommentieren



the memory keeper's light house

Habe ich ihn Euch schon vorgestellt?
Den Leuchtturm?

Er steht an der äußersten Klippe, am hintersten Ende, nur durch einen Zaun von Sibirien getrennt.

Ich habe ihn einst gebaut aus Hoffnungsmauersteinen, als Sibirien noch ein Traum war, und die Eisbären noch Robben jagten. Nun bin ich zurückgekehrt. Ständig an der Tür Sibiriens zu rütteln, die traurigen Augen der Eisbären zu sehen und diesen wunderschönen Klang der Stille - ich ertrug es nicht mehr.

Ich weiß dass der Leuchtturm einen versteckten unterirdischen Gang nach Sibirien hat, für jene Schiffsbrüchigen, die an die Ufer kommen und Ruhe brauchen, Ruhe und Vergessen. Ich habe ihn vor Jahren gegraben, als ich glaubte den Schlüssel nach Sibirien verloren zu haben. Nun ist er mir versperrt, und ich sitze neben dem Leuchtfeuer und höre dem Meer zu. Ich höre wie es mich ruft, wie es mir Lieder singt von Booten auf dem Meer, von Suchenden, Sehnenden.
Dann schalte ich den Scheinwerfer an und hoffe dass die den Lichtschatten auf den bewegten Wellen erkennen können, wenn sie ihn brauchen.

Wenn sie anlegen sind sie oft müde, kraftlos, mutlos. Sie haben viele Fragen, doch keine Stimme mehr sie zu äussern.

Ich hülle sie in eine warme Decke, die ich gestrickt habe aus Sonnenblumenwolle und Wolkenschatten und koche ihnen einen Kakao. Dann lege ich ihnen die graue Katze in den Schoss, wie von selbst fangen sie an sie zu streicheln, Abstand zu gewinnen.

Während sie sich finden wandere ich oben am Leuchtfeuer entlang, werfe ein paar weitere Blicke hinein um es anzufachen und poliere den Spiegel um mich herum, so dass die Schatten sich immer wieder treffen zu einem Stern, der hinausruft in die Nacht. Der Wind zerrt an meinen Haaren und ich halte mich an der Rehling fest...

Irgendwann werde ich die Feuerbirne wechseln müssen...ich habe ein wenig Angst davor...In der Zeit könnte das Feuer erliegen.
Ich weiß es noch nicht...

Jetzt gehe ich weiter Ausschau halten.

So if you need me - i'll be there

2 Kommentare 14.11.07 15:42, kommentieren

Speisekarte

Für jene, die keinen Kakao mögen, bieten wir im Notfall auch andere - und koffeinhaltige Getränke an...

Aber nur im Ausnahmefall.

1 Kommentar 14.11.07 23:05, kommentieren

The shooting star

Wohin werden Eure Schiffe Euch treiben, wenn Ihr Euch aufgewärmt habt, Euch ausgeruht, wiedergefunden habt?
Wenn das Licht des Leuchtturms in Eurem Rücken strahlt...
und langsam verblasst, weil zwischen Eurem Ziel und hier immer ein Ozean liegt.

Es beruhigt mich, dass ich mich nicht geirrt habe, es beruhigt mich, dass ich sagen kann ich wußte es.
Als die Taube heute erschöpft auf der Rehling landete, wußte ich den Inhalt des Briefs schon.
Ich fütterte sie mit ein paar Erinnerungsfischköpfen und hängte das:
"Bei Notfällen ans Tor klopfen!" Schild auf.

Länger dauerte es das Licht auszulöschen aber mit einem unendlichen Wahrheitsblick und ein wenig Schmerzasche fiel es dann doch in sich zusammen.

Ich liess sie zurück, den Stapel an Emotionsworten, sie hatten nur kleine Klingen, die einen immer wieder daran erinnerten, dass sie nicht echt waren. Ich legte sie neben die Offenheit.
Vielleicht würde jemand kommen und sie brauchen, mein Bedarf war für lange Zeit wieder einmal gedeckt.

Ich hörte die Falltür hinter mir zuschnappen, ein wunderschönes Geräusch, eine Sicherheit: Unerreichbarkeit.

~zuhause~



p.s.: Macht Euch keine Sorgen, ich werde wiederkommen. Anders. aber wieder.
Passierscheine und Gastaufenthaltsgutscheine sind für die nächste Zeit ungültig. Wendet Euch im Bedarfsfall an das lokale Reisebüro.

~zuhause~


Der einzige Ort an dem IMMER nicht nur ein Wort ist.

Ewigkeit.


Bald wird es kalt.


Ich freue mich darauf.


the dreams in which I'm dying are the best I ever had

2 Kommentare 18.11.07 22:02, kommentieren

Re.turn

Rückmeldung.
Ich bin wieder da.
Der Leuchtturm ist wieder eröffnet, Sibirien wieder betretbar. Die Passierscheine gelten, die Besuchsrechte sind uneingeschränkt nutzbar, der Durchgang zum Leuchtturm ist ausgebaut.

Noch leuchtet die Lampe nicht, ich sitze hier auf der Rehling und schaue dem Boot hinterher, dass mich einst mitnehmen wollte. Das mir und meinem Leben einen neuen Kurs zeigen wollte. Nun ist er abgefahren, der Kapitän, ohne mich. Seine Ladung war schon zu schwer, er konnte mich nicht mitnehmen.

Ich sehe wie das Meer um ihn rauher wird und spüre wie die Tränen auf meinem Gesicht gefrieren.
Mein Herz sorgt sich um diesen Mann, der mein Herz bei sich trägt, der mir ein Zuhause anbot, ohne den Boden dafür zu haben.
Ich habe versucht seine Last nicht noch zu beschweren, ich weiß nicht ob es mir gelungen ist.

Mein Herz weiß dass er wiederkommen wird, so wie es weiß, dass er nicht ganz gegangen ist, dass er etwas hierlassen musste, bei mir.

I'm a part of you and you're a part of me.

Es sind viele Worte gesprochen worden, Worte der Liebe, Worte der Angst. Er traut der Tiefe seiner Worte nicht, er traut der Tiefe meines Gefühls nicht.
Aber das macht nichts.

Ich habe ihn gesehen.
Ich habe mich in ihm gesehen.

Ich habe ihn gesehen im Schatten Sibiriens, das ich ihm geschenkt habe. Ich habe ihm gesehen im Schatten der Wahrheit, im Licht der Angst.
Erkannt.

Egal wohin er fährt, wir können uns nicht voreinander verstecken.

Ich weiß dass er es versuchen wird. Sich in sich zu verstecken.
Sich zu verneinen, Dinge umzudenken.
Ich weiß dass es ihm gelingen wird. partiell. zeitweilig.

Ich bin ihm nicht böse um dieses Pflaster, dass er braucht seinen Schmerz zu lindern und weiterzuleben und glücklich zu sein. (ich bin vielleicht ein bischen wehmütig, ein bischen neidisch)
Ich könnte nun versuchen ihn zu zwingen sich zu erinnern, an das Glück, die Angstfreiheit, die Tiefe - an mich.
Ich könnte mich immer wieder fragen, warum er diesem Glück keine Chance gegeben hat.


Mein Herz weiß die Antwort schon längst. Vielleicht schlägt es irgendwann so laut in seiner Brust, dass er sie hört.

Bis dahin sitze ich hier, schaue den Horizont hinab und weiß dass sich unsre Blicke dahinter treffen, immer, egal wohin wir schauen.

Wenn etwas so groß ist, dass es sich lohnt sich hineinfallen zu lassen, dann ist das einzige was passieren kann, dass man auf dem Grund landet.

Der Schmerz ist tiefer, tiefer als ich erwartet habe, tiefer als gut für mich ist. Ich würde ihn gerne mit ihm teilen, mit ihm trauern um etwas dass wir nicht haben konnten.

Ich könnte jetzt sagen weil er nicht wollte - das habe ich ihm oft genug beigebracht - und doch ist es nicht wirklich so. Er konnte nicht.

Die Gründe kennen wir beide. Ich anders als er, aber nicht weniger.


Also sitze ich hier und warte. Auf die Zeit die kommen wird.
Auf das Boot das wiederkommen wird...zu unbestimmter Zeit, mit unbestimmter Mission.
Aber wieder - und wieder zu mir.

In ein paar Stunden geht die Sonne auf.

26.11.07 09:45, kommentieren