I WANNA BE CLOSER TO THE STARS....

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Mir sind ein paar Dinge abhanden gekommen in letzter Zeit.

Ich sollte den Leuchtturm mal wieder aufräumen, langsam glaube ich, dass sich hier ein schwarzes Loch der Verwirrung eingenistet hat, in dem sich einige Dinge verstecken.

Ich suche die Mietzekatze, die vor Kurzem hier an der Reling hing, die abends gerne einen heißen Whiskey mit mir getrunken und durch die Nacht gemaunzt hat. Sie hatte puschelige Ohren, und jene Augen, die von der Sehnsucht nach Freiheit zeugen. Wohin ihre Spuren im Schnee sich auch verlaufen haben mögen, ich wünsche ihr eine gute Reise.

Ich suche den Steuermann, an des Horizonts Ferne, sein Schatten schweigt, obwohl ich die Wellen an den Klippen spüre, die sein Schiff aufwirft. Inmitten der Strudel ist eine Ruhe, die der eines Sturms gleicht. Ich schicke ihm einen Sonnenstrahl auf eine Waldlichtung, die nur wir beide kennen.

Ich suche die Schreiberin der Briefe, die anmutige Wortwandernde, die sich in Sibirien aufmachte eine Sagensammlung anzufertigen. Irgenwo muss sie eine längere Pause gemacht haben, niemand kann sie sehen. Ich habe Eisbären ausgesand sie zu finden, doch nichts. Ihre Spuren sind wie flüssiger Wind. Ich wünsche ihr die Ruhe im Schweigen, den Schatten der Worte, und eine Karte zurück.

Mir fehlt auch der Autoschlüssel zu dem kleinen Schneemobil, meine Lieblingsangelrute, das Buch mit den 317 Seiten glücklichmachender Worte. Mir fehlt die Umarmung vor dem Einschlafen und das Vertrauen auf Sibirien.

Dann lege ich meine Herz in das Feuer im Kamin, wärme mir den Minzkakao und denke an all die Dinge, die ich habe.


Vor der Glühlampe hängen meine Atemwolken, gefroren, klirrend, wie ein leises Wort voller Sehnsucht.
Ohne Addressat wird es dort weiter hängen.
Bis der Frühling beginnt.

1 Kommentar 9.1.08 17:44, kommentieren