I WANNA BE CLOSER TO THE STARS....

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Verschlossenes Bernsteinherz

Ich habe heute Tulpenzwiebeln auf ein Grab gepflanzt.
In Erinnerungen liegt Wärme verborgen. Auf meiner Schulter eine Möwe aus der Ferne, sie singt von Klippen, von denen ich einst mein Herz in die Tiefe stürzte. Lange lag es zu Füssen der Seesterne, nun liegt es, in Bernstein eingehüllt in einer kleinen Holzkiste, direkt neben dem Kakaopulver und meiner Kuscheldecke im Leuchtturm.


Ich habe es heute mit auf einen Spaziergang mit den Eisbären genommen, ihnen muss ich mein Leid nicht klagen, sie kennen kein Mitleid, kein Selbstmitleid. Sie lächelten in mein warmes Atmen hinein, mit jenen Augen, die 100 Schattierungen Weiß zu unterscheiden wissen.
Ich zeigte ihnen die Schwarzweißbilder, die ich in den letzten Wochen von den Löchern an meiner Herzstelle gemacht habe, und las ihnen die Gedichte vor, die von einer Liebe zeugten, an die ich gerne geglaubt hätte. Sie lächelten stumm weiter und brachten mir einen Fisch.

Ich höre mein Herz schlagen, durch die Helligkeit dieser Nacht, während ich beobachte wie die Sterne über dem Leuchtturm heraufziehen.
Ich sehe Schiffe an den Klippen zerschellen und male Parallelen in mein Bilderbuch.
Er ist wie Du, und Du wie er, er ist wie ich, und sie wie sie.

Manche Blicke treffen sich erst hinter dem Horizont, manche Wege laufen nur nebeneinander. Wenn man nichts sieht, muss man die Augen schliessen.

Ich spüre sie nicht mehr, die Tränen auf meinen Wangen. Sie sind festgefroren.

Vielleicht versteinern sie langsam.
Wie die Hoffnung.

Ich bin müde geworden, müde und gestern hätte ich noch geschrieben sehnsüchtig.

Nun liegt die Sehnsucht neben der Traurigkeit über Deine Lügen in meinem Herzen, während ich Schnee um mich häufe.

Wie einst. wie immer. wie gerne

13.3.08 18:17, kommentieren