I WANNA BE CLOSER TO THE STARS....

Sternschnuppenfangen für Anfänger

Heute bin ich hinausgegangen, durch die Nacht.

Über ein Feld aus gelben Scherben. Sie waren scharfglänzend wie kleine Kristalle und haben mich an Worte erinnert, die ich kurz zuvor gehört hatte.

Wie in allen Dingen tanzen manche von uns auf dem Seil, andere auf dem Eis, und manche auf der Schneide eines Messers, an dem sie sich so oder so verletzen werden.
Jeder von ihnen musste seine Seite wählen, seinen Untergrund und sein Ziel.

Diese Worte haben mich durch die Nacht geführt. Über mir das Licht des Leuchtturms, ein Himmel, in dem ein paar Sterne nur für mich brannten. Eine Nacht, zum Leben schön.

Im Rücken der kalte Hauch Sibiriens und das Wissen, um eine Umarmung, die innig war, das Wissen um einen Fremden, der berührt worden war.

Gestern erst war ich in der Halle der verlorenen Helden. Lange schon war ich nicht dort, die Letzten hatten es nicht einmal verdient sich als Helden verstehen zu dürfen, sie hatten keine Spuren hinterlassen. Nun war ich hier Einen zu begraben. Einen Helden meines Herzens. Neben den Spuren eines Sterns und der Erinnerung eines Traums.

Ich hatte kein Lied es ihm zu singen, also schenkte ich ihm die Stille meines Sterns. Er würde sie spüren, in sich, wenn er sie brauchen konnte. Ich hatte ihm Mohnsamen geschenkt, damit er zur Ruhe kommen konnte, damit er im Blutrot versinken konnte wie in einem Traum.

Und unter dem weiten Himmel heute nacht, da habe ich es gehört, mein Lied. Es war wortlos, wie die Stille in Sibirien. Ich konnte es nicht erkennen, es spiegelte mich nicht wieder. Ich betrachtete die Seesterne, die am Ufer lagen und die Sterne über mir.

Ich rief nach einer Sternschnuppe, für mich, für die Menschen meiner Welt. Nach einer Sternschnuppe für die Wünsche, die man sich nicht erlauben wollte, eine Sternschnuppe, die einen erinnerte, dass man noch träumen darf, dann Wünsche noch wahrwerden.

"Für jedes Wunder braucht es eine Wunde?".

Ich warf meinen Schmerz in den Himmel, mit Todesverachtung und jenem Mut, der nur aus Lebensfreude entstehen konnte.

Ich warf ein Netz aus Freiheit aus, knüpfte es an meine Seele und das Licht meines Leuchtturms und wartete.

Wenn man dem Himmel lange genug seine Wünsche schenkt, belohnt er einen vielleicht mit einem Stern. Wenn man sich selbst vertraut, fällt er vielleicht sogar auf dankbares Eis im Inneren.

Ich saß ganz still. Es gab keine Zeit, es gab nur diesen Raum und eine Erinnerung zwischen mir und der Unendlichkeit.

Und dann fielen die Flammen aus dem Himmel. Ich betrachtete sie voller Staunen. Wunschlos. Zeitlos.

Ich hoffe ihr konntet sie sehen und Euch etwas wünschen.

Etwas dass Ihr wahrmachen könnt.

Etwas dass Euch wärmen wird.

Morgen gehe ich am Ufer entlang und klaube die verglühten Reste der Sterne auf. Sie fühlen sich an wie warmer Staub, wie kaltes Glas und legt man sie in Salzwasser kann man in ihnen seine Worte sammeln, seine Träume erkennen.

Mir ist es noch nicht geglückt. Sie zerbrechen leicht.

Wie das Eis im September.

Aber auch das macht nichts. Die Flammen hinter meinen Augen wärmen.

Mich.

Und jene, die meinem Blick standhalten können

 

18.12.07 12:32

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen