I WANNA BE CLOSER TO THE STARS....

Ohne Worte und große Erklärungen hier nun ein paar der Worte, die mir sehr viel bedeuten. Es sind nur Worte, aber Worte sind es mit denen wie unsre Liebe ausdrücken, unsre Kriege beginnen, unsre Ängste wirklich werden lassen, unsre Hoffnungen verbannen. Worte sind die Messer, welche wir benutzen andere zu schneiden, aber auch andere Seelen zu streicheln.

Dies sind meine Worte.





Gefahr


Wir verpassen
uns
immer wieder
in den Irrungen
dieser Zeit

Weit sind die Wege
zwischen den Stunden

Ich bin dort wenn Du mich
suchst
im Jetzt

dein Hier

Zögere
wenn der Schatten
dich streift
Warte
wenn die Eule
dich ruft

Greife
im Hier nach dem
Ort
der Du bist

in mir


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Streif


Vater,
hinter den Winterrhododendren
haben wir ihn vergraben,
den Jungen
von nebenan.

Deine Zeitung
wird nun etwas später
eintreffen,
die Milch ist schon kalt
an der Hausecke.

Seine Blicke
streiften mich
unter deinen warnenden
Augen.
Ist Freundschaft
ein Verbrechen,
das den Tod verdient.

Vater,
wir haben ihn
versteckt
hinter den Sommerfliedern
in all den Jahren.

Nun ruht Eure Feindschaft
in Ehren
bevor der Krieg
ausbrechen konnte.
An den Wasserkanten
biege ich Weidenruten
zu Schlingen.

In Freiheit zu
sterben
hast Du
mir nicht erlaubt.

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Tobias


ich treffe dich nur
in den zufällen

deine hand hat meine
gerührt
in der dunkelheit
morgens um elf
und auch
dazwischen

wir werden uns
nicht
sehen
nicht wieder

darunter liegen
zarte gedanken
eines traumes

ist
noch
platz
in deiner
nacht?
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Bild von Dir


Ich sehe
durch schwarze
Vierecke
und gewölbtes Glas

Folge den Schatten
einer in Sonne
getauchten Tänzerin

Messe die Länge der
Stille an der Dauer
eines leisen Pfeifens.

Schliesse die Klappe
und meinen Mund
in gebannter Erinnerung.

Und kann doch eins
nicht erfassen: Dich.

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staubsammlerin

du streust steine
vor meiner tür
auf deinen weg
zwischen den gestern
vor meine fenster
legst Du federkleider
gerupfter moränen
herbstkristalle
fallen aus
deinen eisernen händen
in meine vorgärten
inmitten tanzender
flocken trüben schnees
schimmern die diamanten
deines schweigens
in meinem herzen
sammle ich
jeden winter
sie zerfallen übers jahr
mir bleibt

Staub
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Hörst Du mich?


Sie schweigen,
die Worte hinter Papier
die ich falte
zu kleinen Schmetterlingen

sie umschwirrten federleicht Deine Träume

Warm der Atemhauch
auf Deinen gütigen Augen
deren Blicke mir verschlossen sind

Sie liegen tief
auf meinem Herzensgrund

Sterben die Sterne
in Deinem Himmel
an meiner Sehnsucht?

Ich tanze Dir Lieder der Stille
in meinen wachen Stunden.

Meine Träume singen sich
nachts durch den Himmel
und verwehen im Wind.
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Nachtschatten


Ich lasse Dich nicht
schwarzmalen
von anderen
obwohl ihre Pinsel mein Herz
ausstechen

Ich lasse Dich nicht
schlechtmachen
von anderen
auch wenn ihre Worte
meine Tränen
aufbahren.

Ich lasse Dich schweigen
obwohl ihre Stimmen
Deinen Schatten zerreissen.

In den Trümmern
Deiner Kämpfe
säe ich dunklen Mohn.

Bleiche Kapseln
löse ich in
milchige Morgenstunden.

Zwischen den Opfern
Deiner Flucht
umarme
die Kampfhunde.

Sie lecken meine
Hohntränen
von blassen Wangen.

Hohläugig
träume ich weiter
von Dir.